Dinge, die man wissen sollte, aber einen die Industrie nicht sagt.. Teil 1: Der glykämische Index
Hallo zusammen!
In der heutigen Welt, in der Fitness, Wellness und dergleichen immer wichtiger werden, möchte ich mal mit einigen Information die nur teilweise, meist der für die Industrie wichtigere Teil, oder einfach nur falsch an den Konsumenten weitergegeben werden.
Beginnen möchte ich mit dem glykämischen Index oder kurz GI.
Der GI gibt, vereinfacht gesagt, an wie schnell der Blutzuckerspiegel ansteigt, nach verzeer einer bestimmten Nahrung.
Der Index wird in einem Wert zwischen 0 und 100 angegeben. Je höher der Wert, desto schneller der Anstieg des Blutzuckerspiegels. Die Referenzgröße mit dem Wert 100 stellt Glukose dar.
Rein von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, wäre der GI durchaus für die Erstellung eines Ernährungsplan 1:1 anwentbar, da der Anstieg des Blutzuckerspiegels ausschlaggebend für die Insulinausschüttung ist und somit das Sättigungsgefühl beeinflusst.
Kurz zusammengefasst: langkettiges Kohlenhydrat => die Zerlegung in Einfachzucker geht längsamer=> langsamer Anstieg des Blutzuckerspiegels=> längeres Sättigungsgefühl.
Was nicht gesagt wird:
1.) Der glykämische Index steht in keinen Zusammenhang mit dem Brennwert der Nahrung!
2.) Der wichtigste Punkt: Der GI wird nicht aus 100g eines Lebensmittel bestimmt, sondern aus 100g verwertbarer Kohlenhydrate! Der GI an sich und auch keine mir bekannte Tabelle, gibt an auf welche Masse Lebensmittel sich der angegebene Wert bezieht, da der Anteil an Kohlenhydrate verschiedener Nahrungsmittel ja bekanntlich unterschiedlich ist.
Hierzu ein kleines Rechenbeispiel:
Wassermelone hat einen GI von 72, also höher als Weißbrot mit 70. Jedoch sind in einer Scheibe Weißbrot (ca. 30g) schon 14g verwertbare Kohlenstoffe enthalten. Um die gleiche Menge an verwertbaren Kohlenhydrate aus einer Wassermelone zu erhalten, müssten 120g von dieser verzerrt werden.
Hoffe es ist alles soweit verständlich. Wollte die Thematik kurz darstellen und nicht zuweit ins Detail gehen, da es für jedermann ein Anhaltpunkt sein soll. Und wer sich dafür interessiert, liest sowieso nach. Ansonsten einfach fragen
cumprimentos
opp
Wow, danke für die Information. Gibts irgendwo eine Übersicht zu diesem Index? Also was wieviel wo drin ist?
Kommentar von ap0calypse — 12. Oktober 2008 @ 18:47
Eben hier liegt das Problem. Die Werte für die Kohlenhydrate kann man aus jeder Nähwerttebelle entnehmen. Tabellen für den GI gibts auch, aber eben keine die die beiden Werte direkt gegenüberstellt.
Kommentar von opperator — 13. Oktober 2008 @ 06:00
Die Insulinausschüttung beeinflusst das Sättigungsgefühl? Ich weiß es nicht sicher, aber ich nehme an dass der Blutzuckerspiegel selbst für das Sättigungsgefühl verantwortlich ist. Das Insulin sagt lediglich den Zellen dass sie Kohlenhydrate aufnehmen sollen. Zumindest war das meine Ansicht bis jetzt, kann natürlich sein dass ich falsch liege.
Ich hab mich mit dem Glyx-Käse noch nicht intensiv beschäftigt[1], daher will ich an dieser Stelle nicht allzu große Töne spucken.
Mathematisch gesehen ist der glykämische Index also die 1. Ableitung der “Blutzuckerspiegel-Funktion” über die Zeit. Also der Glyx verhält sich zum Blutzuckerspiegel wie die Beschleunigung zur Geschwindigkeit. In diesem Fall ist es wirklich irrelevant wieviel man isst bzw. welchen Brennwert die Nahrung hat. Genauso wie die Beschleunigung[2] unabhängig ist von der Höchst-, Start- oder Momentangeschwindigkeit.
Aber was genau soll der Mist bringen? Das ist in meinen Augen nur eine Pseudoverwissenschaftlichung[3] von Hausverstand — oder wenn man so will von Minimalbildung — für die dumme Konsum- und Diätgesellschaft. Jeder weiß dass Süssigkeiten nur kurz sättigen, dazu braucht man keine Bücherserie aus dem verstandsmisshandelnden GU-Verlag[4]. Solche Dinge zu qantifizieren zerstört nur das natürliche Essverhalten[5]. Solange nicht irgendein Diät-, Fitness-, [bitte selber eintragen-]Papst daher kommt und mit willkürlichen Zahlen um sich wirft kann die dumme Gesellschaft eh nix mehr glauben. Und wenn dann noch Wunderkräuter und die Sterne ins Spiel kommen dann ist es sowieso vorbei mit dem Sinn für Realität.
Es weiß wirklich _jeder_ was gesund ist und was nicht[6], das Problem ist einfach die Gewohnheit und die bewusste Fehlinterpretation um bei seiner Gewohnheit bleiben zu können.
[1] Und werde es auch nicht tun.
[2] In gewissen Grenzen natürlich.
[3] Meine eigene Kreation
[4] Auch das ist eine Ausgeburt der Hölle.
[5] Sofern das nicht eh schon beim Teufel ist.
[6] Zumindest bei uns… in den USA siehts da vielleicht anders aus.
Kommentar von donstechan — 13. Oktober 2008 @ 19:35
Genau das ist der Punkt: Den Leuten wird der GI als Richtwert empfohlen, aber beim Autofahren ist ja auch nicht die Beschleunigung wichtig sondern die Geschwindigkeit.
Wie das Sättigungsgefühl jetzt im Detail funktioniert wollte ich hier eben nicht genauer ausführen, da ich es halbwegs überschaubar halten wollte, auch für Leute die sich nicht so ausführlich mit der Funktion des Körpers auseinandersetzen.
Das Problem bei diesem Index ist eben, dass kein Bezug auf die Masse genommen wird, wobei Anfangs- und Endmasse egal sind, aber die Differenz nicht
Das Gummibärchen( das alte Thema…) logischerweise einen Wert von 80 haben braucht man nicht erklären, aber Bananen haben zum Beispiel auch einen GI von 65. Nur wieviel Bananen muss ich essen um auf den Brennwert von einer Packung Gummibärchen zu kommen? Was ja im Endeffekt entscheident ist…
Kommentar von opperator — 14. Oktober 2008 @ 06:13
Bei genauerer ÜBerlegung find ich den Vergleich mit der Beschleunigung nicht so gut. Der Vergleich mit der Geschwindigkeit, was ja die erste Ableitung des Weges über die Zeit ist, wäre in dem Fall möglicherweise besser….
Kommentar von opperator — 14. Oktober 2008 @ 12:44